10+ Tipps erfolgreicher Gastronomen - Erfolgreich in der Gastronomie

Ob Dein GeschĂ€ft mehr oder weniger erfolgreich ist, liegt meist an Kleinigkeiten. Wir haben im Laufe der Zeit viele Gastronomen kennen gelernt und dabei große Einblicke in die Arbeit erfolgreicher Betriebe gewonnen. Hier sind einige Tipps dieser Gastronomen, die Dir dabei helfen können noch erfolgreicher zu werden:

1. Der Anspruch an Dich und Dein GeschÀft - Dein Mindset

Erinnerst Du Dich an den Tag, an dem Du deinen Laden eröffnet hast? NatĂŒrlich tust Du das! 

Du hattest eine Idee, eine Vision. Vielleicht gab es ein Konzept, oder auch ein Gericht, welches Du unbedingt vorstellen wolltest. Erinnere Dich daran, welche Kriterien Du an eine positive, von Dir geschaffene Erfahrung gesetzt hast. 
Kehre aus Deinem Alltag gedanklich wieder zurĂŒck an die AnfĂ€nge und versuche die gleichen QualitĂ€tsmerkmale auf das Heute zu ĂŒbertragen. Deine GĂ€ste werden es positiv bemerken.

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2. Mache eins - Mach es richtig!

Bietest Du italienische, chinesische und wahlweise auch mal indische Gerichte an? Vergiss das Bauchladenprinzip. Du musst nicht alles haben, um Jedem zu gefallen. 
Konzentriere Dich auf das, was Du am besten kannst! Du hast sicher schon mal vom “besten Italiener der Stadt” gehört. Aber sicher noch nie vom “besten Italiener-Inder-Chinesen der Stadt, der manchmal auch kroatisch kocht”

3. Lage Lage Lage

Ein Bio-Restaurant mit rein veganem Angebot in einem Wohngebiet mitten Castrop-Rauxel? Es mag Wohngebiete geben, wo dies funktioniert. Zu 98,44% wird das in Deutschland jedoch nicht funktionieren.
Gibt es in der nÀheren Umgebung einen Laden mit einem Àhnlichen Angebot ist die Lage vielleicht doch nicht ganz so gut. 

Im Optimalfall passt Dein GeschĂ€ft gut zur Umgebung und ist vor auch noch gut erreichbar. Das muss nicht immer direkt in der FußgĂ€ngerzone in der Innenstadt sein. Gute Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel oder genĂŒgend ParkplĂ€tze vor Ort sind Vorteile, die Kunden zu schĂ€tzen wissen.

4. Sauberkeit / Zustand Deines Inventars

Sauberkeit sollte an sich selbstverstÀndlich sein. Die Hygieneverordnung kennst Du ja sowieso.

Aber: Gehe mit offenen Augen durch Deinen Betrieb! Du bist (hoffentlich) jeden Tag unzĂ€hlige Stunden vor Ort und man wird mit der Zeit sehr schnell blind fĂŒr negative Aspekte. 

Gerade was Sauberkeit angeht sollte nicht nur der Gastraum sauber (und vor allem frei von Staub!) sein, sondern auch die Teile der KĂŒche,  die man durch offene TĂŒren sieht. NatĂŒrlich wissen wir alle, dass es so etwas wie eine perfekt saubere KĂŒche, gerade bei einem gut besuchten Gastronomiebetrieb, nicht gibt. Es macht trotzdem eine Menge aus OberflĂ€chen zwischendurch einfach mal abzuwischen, damit Essenflecken nicht 4 Stunden lang darauf eintrocknen.

Was auch zum Thema Sauberkeit gehört ist der Zustand deines Inventars: Teller mit Sprung, leicht angelaufene GlĂ€ser, StĂŒhle mit Kratzern. NatĂŒrlich ist es ein Kostenfaktor – allerdings werden sich GĂ€ste negativ an das Restaurant “mit den Macken im Teller” erinnern. 

5. Freundlichkeit

“Ich arbeite gerne in der Gastronomie, wenn da nur nicht immer diese GĂ€ste wĂ€ren” – Du kennst mit Sicherheit hunderte kurioser Geschichten und Erfahrungen, die Du schon mit GĂ€sten gemacht hast. Du wirst auch in Zukunft immer wieder mit GĂ€sten zu tun haben, bei denen Du das GefĂŒhl hast, dass sie nur zum meckern zu Dir gekommen sind.

Du kannst aber davon ausgehen, dass niemand wirklich was persönlich gegen Dich hat, sondern etwas anderes der Grund dafĂŒr ist, dass der Gast aufgebracht ist. Meist etwas aus dem privaten Umfeld des Gastes, mit dem Du rein gar nichts zu tun hast. Mit Freundlichkeit (und vielleicht einer kleinen Aufmerksamkeit aus der KĂŒche) kannst Du die meisten GĂ€ste auf den Boden zurĂŒckholen.

Aber: Wenn der Gast etwas auszusetzen hat, was mit Dir, Deinem Betrieb oder Deinen Mitarbeitern zu tun hat – höre ihm aufmerksam zu. Ein kaltes oder versalzenes Gericht sollte immer anstandslos zurĂŒckgenommen werden.

Und: Ob es Deiner Meinung nach stimmt oder nicht was der Gast sagt, er möchte in erster Linie, dass jemand ein offenes Ohr fĂŒr seine Probleme hat und ihn versteht.

6. Persönlichkeit

Gib Deinem GeschÀft ein Gesicht. Nein, damit ist nicht gemeint, dass Du ein 3m hohes Werbeschild mit Deinem Gesicht aufstellen sollst. 

Gehe auf Deine GĂ€ste zu. Stell Dich bei Ihnen vor. Aber: Sei nicht aufdringlich!
Du musst einschĂ€tzen können, ob GĂ€ste lieber in Ruhe gelassen werden wollen, oder ob sie einem kurzen GesprĂ€ch mit Dir positiv gegenĂŒber eingestellt sind.
Frag neue GĂ€ste wie sie auf Dein Restaurant gekommen sind, oder auch mal was Ihnen so gar nicht gefĂ€llt und verbessert werden könnte. Sie werden sich beim nĂ€chsten Mal an Dich und Deinen Namen erinnern – falls Du einen guten Eindruck hinterlassen hast.

Was fĂŒr Dich gilt, gilt genauso fĂŒr Deine Mitarbeiter.  Etwas weniger distanzierte Sachlichkeit macht jeden gleich sympathischer. Aber: Deine privaten Probleme oder die Deiner Mitarbeiter haben da nichts zu suchen! 

7. Beigaben - oder - die Sache mit dem Brot

Brot, etwas Butter oder Olivenöl – das gehört fĂŒr viele Gastronomen noch zum guten Ton.
Aber auch hier zÀhlt das Prinzip: Gut, oder gar nicht. 

Wenn Du Deinen GÀsten Aufbackbaguettes mit Olivenöl oder Fertig-KrÀuterbutter anbietest, dann höre jetzt damit auf!

Besorge Dir ein Rezept fĂŒr ein richtig gutes Brot und reiche dazu passende Aufstriche oder z.B. ein wirklich gutes Olivenöl. 
Wenn Dir dafĂŒr der Aufwand und die Kosten zu hoch sind, dann lass es lieber ganz sein. “Kein Brot” ist immer besser als hartes, aufgebackenes (TK-)Brot.

8. KĂŒrze Deine Speisekarte

Deine Speisekarte ist zu lang!
Vielleicht machst Du das verdammt beste Chili auf diesem Planeten, aber es ist vergraben zwischen den anderen 70 Gerichten.
Sorge also fĂŒr Ordnung auf Deiner Speisekarte und dafĂŒr, dass Deine prominenten Gerichte auch den Platz auf der Karte bekommen, den sie verdienen. Das macht sie ĂŒbersichtlich und Deine GĂ€ste sind mit der Informationsflut dann auch nicht ĂŒberfordert.

Je mehr Gerichte Du anbietest, umso mehr Lager- und KĂŒchenplatz musst Du vorhalten. ZusĂ€tzlich steigt auch noch der Wareneinsatz.

Überarbeite Deine Speisekarte lieber etwas hĂ€ufiger und passe sie der Saison an.

8. Mitarbeiter

Mitarbeiter arbeiten nicht fĂŒr Dich. Sie arbeiten fĂŒr Deinen Betrieb!
Alles was Dein Mitarbeiter tut und sagt, wird vom Gast so ausgelegt als wÀre es eine offizielle Aussage Deines Unternehmens.

Versuche Deine Mitarbeiter besser kennen zu lernen. Auch die AushilfskrÀfte!
Lerne was Ihre Motivation ist fĂŒr die Gastronomie zu arbeiten und erzĂ€hle Ihnen von Deiner Motivation.
Feiert auch mal gemeinsam nach GeschÀftsschluss nach einem anstrengenden Tag.

Zusammenhalt – ein zusammengeschweißtes Team, welches Zufriedenheit ausstrahlt wird von Deinen GĂ€sten ganz anders wahrgenommen als eine Handvoll Aushilfsarbeiter, die einfach nur Ihre Stunden abreißen.

Dazu gehört allerdings auch eine faire Bezahlung!

9. Sei vor Ort

Gast: “Ist der Chef da?” 
Mitarbeiter: “Nein, hab ich heute noch nicht gesehen!”
Gast: “Wann kommt der denn?”
Mitarbeiter: “Keine Ahnung”

Wenn der Laden auch ohne Dich lĂ€uft hast Du schon einiges richtig gemacht. Trotzdem ist es Dein Laden, den Du auch fĂŒhren solltest. Wenn GĂ€ste und Mitarbeiter den Eindruck haben, dass du niemals vor Ort bist, entsteht auch schnell der Eindruck als ob Du kein echtes Interesse mehr an Deinem GeschĂ€ft hast. Selbst wenn Du fĂŒr das eigentliche TagesgeschĂ€ft nicht wichtig sein solltest, sei der “Feel-Good”-Manager fĂŒr Deine GĂ€ste und Dein Team. 

10. ZusÀtzliche Tipps

Hier sind noch einige kleine Tipps, die sicherlich nicht ĂŒber Erfolg oder Misserfolg eines Gastronomiebetriebs entscheiden, aber dennoch bei GĂ€sten gut ankommen bzw. gut fĂŒr Dein Marketing sein können:

  • Freies WLAN
    Du hast sowieso einen Internetanschluss im Laden. Lass Dir von einem Techniker ein GĂ€steWLAN einrichten und schreib das WLAN Kennwort mit in Deine Speisekarte. Es gibt mittlerweile auch technische Möglichkeiten, dass der kostenlose Zugang zum Internet fĂŒr den Kunden nur in Verbindung mit der Eingabe einer E-Mail Adresse verbunden ist. So kannst Du einen Adressstamm von Kunden aufbauen, die Du regelmĂ€ĂŸig mit interessanten Informationen versorgen kannst.
  • Hinterlege Deine Speisekarte bei Google 
    Richte Google MyBusiness ein und fĂŒlle es so gut es Dir möglich ist. 
    GĂ€ste, die ĂŒberlegen in Deinen Betrieb zu kommen, werden sehr hĂ€ufig ĂŒber Google nach Deinem Unternehmen suchen. Je mehr Informationen Du Deinen Kunden direkt anbieten kannst, umso eher werden Sie Dich auch besuchen. 
  • Nutze Social Media
    Erstelle einen Instagram Account und poste regelmĂ€ĂŸige Updates. Das können Fotos Deiner Gerichte, Deines Teams oder auch Du beim Einkaufen der frischen Zutaten sein. Instagram ist ein mĂ€chtiges, kostenloses Marketingtool mit fast unbegrenzten Möglichkeiten den eigenen Umsatz zu steigern.
  • Sei gut versichert
    FĂŒr viele ein eher langweiliges oder sogar nervendes Thema, welches aber im Ernstfall darĂŒber entscheidet, ob Du Deinen Betrieb dicht machen und Insolvenz anmelden musst.

    Im Gesetz steht, dass der Verursacher eines Schadens auch dafĂŒr aufkommen muss.

    Als Gastronom haftest Du also fĂŒr alles an SchĂ€den was Du oder Deine Mitarbeiter verursachen. Das fĂ€ngt an bei eher kleinen BetrĂ€gen, wie ein paar Hundert Euro fĂŒr die Reinigung diverser KleidungsstĂŒcke wegen verschĂŒtteter GetrĂ€nke durch einen Mitarbeiter, kann aber auch ganz schnell mehrere zehntausend Euro kosten, wenn durch einen unachtsamen Mitarbeiter ein Brand ausgelöst wird und nicht nur Dein gesamtes Inventar zerstört wird, sondern auch die darĂŒber liegenden Wohnungen temporĂ€r unbewohnbar werden. Das alles zahlst Du aus eigener Tasche – oder Deine Betriebshaftpflicht, wenn Du eine hast.

    Es gibt zwar keine gesetzliche Pflicht eine Betriebshaftpflicht abzuschließen, jedoch ĂŒberwiegt meist der Nutzen die Kosten.